L e o n b e r g e r Zwinger von der Hasel
L e o n b e r g e r   Zwinger von der Hasel
Die nächsten Zeilen sollten möglichst nicht so ernst genommen werden. Eher was zum Schmunzeln. Fakt ist, ein junger Hund macht nur etwas kaputt, wenn er an Dinge wie z. B. Schuhe herankommt und es liegt meist am Herrchen/Frauchen, wenn etwas leidet. Sicher wird das eine oder andere mal Schaden nehmen, aber meist kann man später auch wieder darüber lachen.
Die nächsten Zeilen ist ein klitzekleiner Auszug gesammelter "Geschichten" und nicht alles war Felicitas, auch wenn sie es hier behauptet. In so vielen Jahren Hundehaltung sammelt sich so manche Story an, dies soll nur ein kleiner Einblick in 30 Jahre Hundehaltung sein ...
Völlig unvorbereitet bin ich in dieses Rudel geraten. Als ich klein und dumm auf meinen Keulen saß und gerade überlegte, ob ich meinem Bruder mit meinen spitzen Zähnen auf seinem Schwänzchen (meine Leute sagen „Rute“ zu dem Teil) kauen soll, kamen sie an. Alle Geschwister stürmten los, ich bin mir heute noch sicher, dass die sich nur einschmeicheln wollten! Ich hab sie mir alle erstmal richtig angeschaut. 4 Zweibeiner die lauthals riefen „Ach, sind die süß …“ machten mehr Krach als ich und meine 9 Schwestern und Brüder .
Ich hatte keine Lust mich mit den Zweibeinern zu befassen, aber irgendwas sagte mir, ich solle mal hingehen und schnuppern. Das habe ich getan und bevor ich richtig gucken konnte wollten meine Zähne sofort die Schnürsenkel zerkauen – ich konnte nichts dagegen tun.
Ein paar Tage später kamen die Leute wieder und nahmen mich einfach mit.
Zuerst fand ich es interessant, aber als sie mich auf eine mir unbekannte Wiese setzten und mir sagten, dies wäre jetzt mein zu Hause, bekam ich einen mörderischen Schreck. Davon erholte ich mich die nächsten Tage nicht wieder – wie es mir dann ergangen ist, will ich hier erzählen.
Das ist keine Warnung für künftige Hundebesitzer, sondern die Wahrheit über Hunde – Hundekinder im Besonderen. Ich habe mich auf einigen Hundeplätzen umgehört – es gibt natürlich Hunde, die die absoluten Langweiler sind, keine innovativen Ideen, kein Temperament – null. Aber ich glaube auch nicht alles, Menschen sind vergesslich. Viele Menschen sind Angeber – wie das Frauchen von Maxi einer Collie-Hündin, die behauptet hat, Ihre Maxi hätte nie was kaputt gemacht. Von Maxi habe ich Anderes gehört!
Damit nicht alle vergessen, was sie mit mir erleben, habe ich mir gedacht, ich werde so eine Art Tagebuch führen.
1. September
 Der erste Tag
Ich bin eigentlich gar nicht ängstlich, aber der erste Tag war der Schlimmste in meinem Leben. Alles war so neu! Sie haben mir gezeigt, wo ich schlafen werde. Das Weibchen hat mir leckeres Essen gegeben, das Männchen erzählte allen Nachbarn stolz, dass ich der neue Hund bin, was ich gekostet hätte und dass ich im Auto noch so klein aussehen würde, aber das sich das sicher schnell ändern würde. Aus den Bemerkungen des Nachbarn war mir schnell klar, dass ich nicht der erste Hund hier bin. Ich bin der dritte Leonberger der Familie! Aller guten Dinge sind drei! Was Besonderes also! So habe ich mir geschworen, dass Sie, meine neuen Herrchen, auch etwas besonderes mit mir erleben müssen, um die Besonderheit hervorzuheben. Mit dieser Erkenntnis bin ich ins Haus gelaufen und habe dann erstmal auf den Fußabtreter gepullert, um meine ernsten Absichten zu unterstreichen. Frauchen erzählte daraufhin, dass man dies wohl nicht dürfe, man solle doch im Garten bleiben wenn man Pfützchen muss. Ich habe mir das geduldig angehört, aber ich bin nicht davon überzeugt, das dies notwendig ist! Nachdem ich ein Nickerchen gemacht hatte, kam Besuch. Ich war vollkommen weg vor Glück – es stand ein Hund vorm Gartentor, mit 2 Zweibeinern an der Leine. Die Zweibeiner freuten sich über mich, der gelbe große Hund schnupperte mich an und ließ mich links liegen. Das war sehr bedrückend – das Hundemädchen sieht fast so aus wie meine Mami, riecht aber anders. Ich bin immer wieder unter ihr durchgelaufen und habe probiert, ob aus den Zitzen noch Milch kommt. Von oben hörte ich wenig Begeisterung! Leider ist sie nicht länger geblieben, da mein neues Frauchen meinte, es wäre zu viel Aufregung für mich für den ersten Tag. – Wenn die wüsste! Ich vertrage viel Aufregung! Aber das werden sie schon noch merken!
10. September
 Warum Frauchen dunkle Ringe unter den Augen hat
Ich habe herausbekommen, wer der Hund ist, der gelbe. Sie ist noch kein Jahr alt und ein Hovawart-Mädchen, Elsie wird sie gerufen. Manchmal kommt sie auch, wenn man sie ruft. Elsie war schon einige Male da um mich zu beruhigen. Ich werde mehrere Stunden allein gelassen. Angeblich müssen Sie mein Futter verdienen, was auch immer das bedeutet. – Außerdem esse ich nicht so viel – nur 4 x am Tag – und es ist immer viel zu wenig im Napf! Ich setze mich dann vor die Terrassentür und heule. Die ersten Tage kam immer jemand an das Fenster, seit gestern kommt nach dem Frühstück keiner mehr ans Fenster und tröstet mich. Das finde ich sehr traurig! Elsies Frauchen füttert mich Mittags und kommt mit, wenn die angebliche Schreierei zu laut wird. Alle Nachbarn, auch die aus den Nebenstraßen wissen jetzt, dass es mich gibt. Manche sagen noch nette Dinge über mich. Mein Frauchen sieht etwas müde aus. Herrchen meint, ich wäre der Grund, weil ich noch nicht durchschlafe. Ich brauch nicht so viel Schlaf! Manchmal werde ich auch wach, wenn ich an meine Brüder und Schwestern denke, dann schrecke ich auf, merke dass ich alleine bin und weine ein bisschen. Das führt dazu, dass Frauchen immer mal gucken kommt. Man nennt mich „Brüllaffe“, damit habe ich jetzt schon drei Namen, mit denen man mich ruft:“ Felicitas!“– wenn ich ein Pfützchen auf den Abtreter hinterlasse, „Feli“ – wenn ich lieb bin, „Brüllaffe“ – wenn man über mich spricht!
12. September
 Warum Pfützen nicht erlaubt sind
Ich erwähnte schon den Abtreter? Ich liebe ihn. Er riecht immer wieder nach mir. Frauchen wäscht ihn täglich. Eine Flasche Essig hat sie schon verbraucht, angeblich soll mich das abhalten. Das mag bei manchen Hunden klappen, bei mir nicht. Ich werde inzwischen so stark wie ein Schwerverbrecher überwacht. Sobald ich einen Raum verlasse und mir ein gemütliches Eckchen suche, steht sie auch schon hinter mir. Ich fühle mich sehr in meiner Intimsphäre verletzt! Hin und wieder mache ich ihr die Freude und mach ein Geschäft nun auch mal draußen, meistens hat sie Glück, wenn sie mich gleich nach dem Essen rausschickt. Manchmal hat sie kein Glück und ich gehe ins Bad. Ich finde, dass dies nicht so falsch sein kann, dort gehen meine Zweibeiner schließlich auch hin, nur auf den Badteppich setzen sie sich nie! Heute hat sie mich ausgeschimpft und mir einen Klaps hinten drauf gegeben. Gerade hatte ich mich auf dem Abtreter niedergelassen, stand sie plötzlich mit der Zeitung hinter mir. Der Schreck liegt mir noch in den Gliedern. Mehrere Stunden haben wir dann nicht mehr miteinander gesprochen. Herrchen hat mir nahe gelegt, es sich nicht mit ihr zu verderben. Ich werde darüber nachdenken. Um mein Abendbrot nicht zu gefährden, habe ich mich dann den ganzen Abend an den Wunsch meiner Zweibeiner gehalten. Ich finde es sehr schön, wenn alle mich loben wenn ich erfolgreich draußen war. Ich glaube, ich werde den gemütlichen Abtreter umfunktionieren. Sicher kann man wunderbar darauf schlafen?!
20. September
 Die Sache mit den Lederschuhen
Ein Lederschuh ist ein Naturprodukt. Das weiß ich, weil ich die Kuh noch riechen kann. – Und weil Kuh – gut schmeckt, können Schuhe auch sehr lecker sein. – Und – Schuhe sind nicht nur lecker, sondern auch teuer. Das bedeutet, dass ich ein Feinschmecker bin. Zu dieser weisen Aussage ist Herrchen gekommen, nachdem ich den 3. Lederschuh vollkommen aufgefressen hatte (die Sohlen waren aus Kautschuk, die esse ich nicht). Nach dem ersten paar Schuhe hat mein Herrchen noch gelacht. Jetzt lacht er nicht mehr! Der 3. Schuh ist erst heute vollkommen verdaut worden, ehe er gemerkt hat, dass er fehlt. Mit nur den Sohlen kann er angeblich nicht laufen. – Wieso? – Ich brauch auch keine! Als er die Sohlen mit den Schnürsenkel gefunden hat, ist er in eine Art Delirium gefallen – er hat immer wieder mit dem Kopf geschüttelt und dieselben Worte wiederholt – 180 EURO – 180 EURO … Da er jetzt nur noch einen Schuh hatte, sind sie wieder weggefahren und haben Neue gekauft. Ich hatte nur kurz die Freude, sie ein wenig zu beschnuppern – dann haben sie sie weggeräumt. Mein Herr hat gemeint, dass nächste Mal würde er sich welche aus meinem Leder nähen. Das kann ich mir schlecht vorstellen, so große Füße hat er nicht – aber vielleicht wächst er noch? Seit diesem Vorfall habe ich nur noch den Absatzschuh meines Frauchens erwischt. Sie hat jetzt die Möglichkeit auf der einen Seite groß und auf der anderen Seite klein zu sein. Ich habe den Absatz etwas gekürzt. Es sah lustig aus, als sie das Haus damit verlassen wollte. Nun verstecken sie alle Schuhe vor mir. Gott sei Dank legt Frauchen hin und wieder Ihre Latschen ab, wenn Sie sich vor den Fernseher setzt, so hatte ich die kurze Freude, die vordere, verschlossene Seite der Pantoffeln ein wenig zu bearbeiten. Kurz, die Füße bekommen so besser Luft! Die Möglichkeit, jetzt noch an Lederschuhe, oder Schuhe im allgemeinen heranzukommen ist in den letzten Tagen sehr schwierig geworden. Ich muss mir eine neue Beschäftigung suchen!
25. September
 Der Telefonanschluss
Es gibt Dinge, die verstehe ich nicht. Mein Frauchen hat ein Ding am Ohr, mit dem sie spricht. Vorher macht es furchtbar viel Krach. Wenn Sie dann lacht und redet und redet hat sie nie Zeit für mich. Das finde ich nicht so schön. Ich wollte sehen was es mit diesem Ding so auf sich hat. Wirklich! – Es ist aber anders ausgegangen. Nachdem ich nachgeschaut habe und diese widerlichen langen Stricke in gaaanz kleine Stücke zerteilt hatte, kam natürlich wieder mein Herrchen. Er war verschlafen und hat erst gar nicht gemerkt, was für kleine Stricke im Wintergarten lagen. Ich habe mir nur schnell ein Plätzchen gesucht und mich ein wenig von der Arbeit des Kabelverlegens auszuruhen. Eine Weile ging das gut. Dann nahm Sie das kleine schwarze Ding wieder an Ihr Ohr – und es passierte nichts. – Keiner schimpfte und rief Felicitas. Vorerst nicht. Ehe mein Herr auf die Idee kam, die Kabel zu prüfen, verging der halbe Tag. Erst als er die kleinen Stücke fand, ging ihm ein Licht auf – ich konnte sehen, was er denkt – er saß direkt vor mir, mit dem Kabel in der Hand und sah mir sehr lange in die Augen, sehr sehr lange. – Dann fragte er mich, indem er ein kleines Stück hochhielt, was ich davon halte. Ich konnte es ihm nicht sagen – habe leicht mit meiner Rute auf den Boden geklopft, um ihn etwas zu beruhigen. – Und ich denke, das hat geklappt. Er hat laut gestöhnt, den Kopf geschüttelt und in die Küche gerufen, dass er auf den Baumarkt müsse – er habe den Fehler gefunden. Dabei hat er mich sehr merkwürdig angeguckt. Was hat er mit Fehler gemeint? Mich? Die Kabelstückchen? Frauchen rief aus der Küche nur: „Gott sei Dank“ – ohne nach dem Fehler zu fragen. Erst als Er anfing, das Telefonkabel neu zu verlegen, hat sie mich auch sehr merkwürdig angeschaut. – Es 2 Tage gedauert, bis das kleine schwarze Ding wieder Krach machen konnte. – Kabel liegen nun leider nicht mehr herum, angeblich musste alles wegen mir in kleine Kästchen gebaut werden. Das ich nicht lache – wegen mir! Was kann ich dafür, dass Kabel fast zu gut schmecken wie Schnürsenkel?
22. Oktober
Ich bin ein Gärtner!
Heute war es richtig schön! Sie haben 5 große Säcke mit Erde mitgebracht. Es war wunderbares Wetter und wir alle haben auf der Terrasse gesessen und die Pflanzen umgetopft. Ich liebe Erde! Um die Umtopfaktion zu unterstützen habe ich mit sehr viel Mühe auch einiges an Erde direkt in das Haus hereingetragen. Immer wenn Frauchen wieder etwas fertig hatte, habe ich sie hinein begleitet. Schließlich soll aus mir ja mal ein Begleithund werden! Auch die Pflanzen im Wintergarten kamen an die Reihe – erst raus aus dem Topf, wieder rein in den Topf – so ging das die ganze Zeit. Ich bin ein sehr guter Beobachter, so habe ich mir vorgenommen, ihr ein wenig zu helfen. Als sie hineingingen, um Ihre Futternäpfe zu leeren, habe ich mein Vorhaben in die Tat umgesetzt. Seit heute kann ich auch umtopfen! Zuerst habe ich das Unterteil abmontiert. Dann habe ich den Hibiskus eingekürzt. Frauchen meinte, man sollte das machen, damit er schön im Frühjahr austreibt. Da ich keinen Daumen habe um die Schere zu benutzen, habe ich die Zweige sehr schön am Stamm abgekaut, so hat er viel Platz um schön auszutreiben. Als ich fertig war, habe ich dem Bäumchen noch den Garten gezeigt, bis mein Rudel kam … Mein Werk steht jetzt direkt im Wintergarten, jeder der zu Besuch kommt, darf mein Werk bestaunen. – Und siehe da, jeder meint, der Stamm wird wunderbar im Frühling aussehen, wenn er den Winter überlebt. Da ich meine Sache so wunderbar gemacht habe, bin ich gleich nach dem Frühstück am nächsten Tag nochmal zu den restlichen Pflanzen im Wintergarten gegangen und habe nachgeschaut, ob die Erde auch wirklich gut für sie ist und ob das Wasser auch die Wurzeln erreicht hat. Es hat! Da ich ein gründlicher Hund bin, habe ich mir mit der Untersuchung sehr viel Zeit genommen. Als ich fertig war, habe ich mich in die feuchte Erde gelegt und genau wie meine Leute zum Sonntag, noch eine Mütze voll Schlaf genommen. Ein „Oh nee“ hat mich dann allerdings jäh aus dem Schlaf gerissen und ich musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass meine Arbeit hier keinesfalls gewürdigt wird, wie es wert gewesen wäre! Sie haben mich rausgesperrt! Von draußen durch die große durchsichtige Wand, die sie Fenster nennen, konnte ich sehen, wie Sie meine wunderschöne feuchte Erde wieder weggeräumt haben. Schade. Es wäre doch wirklich viel viel schöner, wenn die Pflanzen statt in Töpfen so wie im Garten im Wintergarten stünden. Sehr sehr viel schöner! Wird es warm, kann man sich Kuhlen graben, Herrchen meint, meine Kuhlen sehen eher aus wie Bombenkrater, aber was solls, mir würde es viel besser gefallen, aber sie wollen meinen Rat nicht! Schade!
10. November
Ich bin ein begeisterter Leser!
Heute hat es gestürmt und geregnet. Meine Leute waren nur kurz mit mir draußen und meinten, bei dem Mistwetter würde man keinen Hund vor die Türe jagen. Was haben die bloß? Ich finde Regen schön! – Danach gibt es herrliche große Pfützen durch die man quer durchlaufen kann und wenn man Durst hat, hat man immer gleich was zu trinken – ist doch schön! Nein, aber sie wollten nicht. Herrchen ging in den Keller, was auch immer er dort tut, meistens macht es Krach – Frauchen machte es sich im Wintergarten gemütlich, nahm viele kleine Blätter Papier zu Hand und lachte sie immer wieder an. Nein – nicht mich – die Blätter. Das habe ich mir eine Weile angeschaut und bin darüber ganz fest eingeschlafen. Als ich wach wurde, war weder aus dem Keller etwas zu hören, noch saß mein Frauchen an der Stelle an der ich sie zuletzt gesehen hatte. Ich fühlte mich plötzlich wieder so einsam. Also habe ich mir den Wintergarten nochmal genauer angeschaut, ob sich etwas verändert hat … Nein hatte es nicht. – Nur auf dem Tisch lagen die vielen kleinen raschelnden Blätter. Ich wollte wissen, was daran so lustig ist und habe mir alles genau angeschaut. Und siehe da – Blätter machen wirklich Spaß! – Wenn man so ein raschelndes Ding mit den Pfoten festhält und am oberen Rand zieht, gibt es ein so herrliches Geräusch, dass man gar nicht mehr aufhören kann mit dem Lachen!!! Herrlich! Lesen macht so viel Freude – und so habe ich das ganze Buch ausgelesen. Ich hatte dermaßen viel Spaß dabei, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass sie beide wieder da waren. Erst als ich ein „Felicitas“ – und „NEIN“ hörte, war mir klar, dass ich nicht mehr alleine war. – Ist es meine Schuld, dass Lesen Spaß macht? Nein. Ist es meine Schuld, dass die Blätter in ein großes Gebäude gehören, welches man Bibliothek nennt? Nein. Ich weiß wirklich nicht, warum sie sich alle so aufregen! – Es liegen keine Bücher mehr in meiner Reichweite, dabei ist es doch so, dass Lesen bildet! Manchmal verstehe ich die Zweibeiner nicht!
15. Januar
Schnee!!!!!!!!!!!!!
Heute erzählte mir meine Freundin Elsie, dass es Zeug gibt, was „Schnee“ heißt. Das Zeug soll ganz weiß sein, weich und macht viel Spaß! Da sie schon älter ist als ich war ich gezwungen, ihr das zu glauben. Sie meinte, es würde nach Schnee riechen und das es ganz toll wäre. Auch meine Zweibeiner meinten, es würde wohl bald schneien. Also habe ich mich an das große Fenster im Wintergarten gelegt und gewartet. Ich habe gewartet und gewartet, aber es passierte nichts. Ich war ganz traurig. Auch der schöne große Knochen, den mir Frauchen vom Einkauf mitgebracht hat, konnte mich nicht wirklich aufmuntern. – Da ich also viel Zeit hatte, habe ich kurzerhand meinem Frauchen geholfen, den Einkauf zu verstauen. Raus zum Auto – rein in die Küche – und wieder zurück. Die weißen kleinen Rollen in der durchsichtigen Verpackung haben sie neben das Auto gelegt, damit ich mich darum kümmern kann. Da ich ein fleißiges Hundemädchen bin, lasse ich mich nie lange bitten. Also habe ich sie ausgepackt. Sie waren weiß und weich. Ich habe überlegt, weiß und weich? Also habe ich mir die 10 Rollen genau angeschaut. Als ich fertig war, war der Hof ganz weiß! Ich habe mich auf die Treppe gesetzt und den Schnee genossen. Ja, Elsie hat Recht, Schnee macht sehr viel Spaß! Auch meine Zweibeiner haben sich sehr über den Schnee gefreut. Frauchen lachte und hat immer wieder auf die Schenkel geklopft und gerufen „es hat geschneit – es hat geschneit“! Auch die Nachbarn haben sich gefreut! Schnee ist schön!
05. Februar
Holz!!!!!!!!!!!!!
Ich bekomme neue Zähne. Ringsherum. Frauchen guckt immer in meine Schnauze und zählt. Manchmal freut sie sich, wenn sie reinschaut, krault mich hinterm Ohr und sagt immer: „Ei, was für ein schönes neues Zähnchen …“. Meinetwegen, wenn es ihr Freude bereitet. Bisher konnte ich alles fressen und solange es so bleibt, sind mir Zähne relativ wurscht. Allerdings merke ich immer mal, dass meine Zähne fast wie von allein irgendwo knabbern wollen. Daher bringt mein Frauchen mir immer was schönes zum kauen und knabbern mit, damit ich nicht, wie sie sagt auf „Dumme Gedanken“ komme – was auch immer das heißen mag. – Aber heute hatte ich anderes zu tun. Herrchen hat das Treppengeländer neu gemacht. Das war so interessant, dass ich gar keine Zeit für anderes hatte. Ich habe zugeschaut. Erst das alte Holz ab, dann das neue Holz dran. Das neue Holz roch einfach toll. Wie Wald! Das Reh, welches sich vor kurzem noch an den Baum lehnte, konnte ich fast noch riechen! Herrlich! Das neue Holz musste noch zugesägt und geschliffen werden. – Lauter kleine feine Holzteilchen schwebten in der Luft – und da kam mir der Gedanke, dass ich doch helfen könnte! Das Kürzen der Latten kann ich glatt übernehmen, - wenn die Kanten so eckig sind – kein Problem, mache ich sie rund! Gesagt, getan. Herrchen war noch mit den alten Latten beschäftigt, so habe ich kurzerhand meine Idee in die Tat umgesetzt. Wenn ich groß bin, werde ich Tischler! – Es ist so einfach, aus einem Vierkantholz ein Rundholz zu machen! Ehrlich! – Und schnell bin ich! – Auch Herrchen hat gestaunt! So viele Hölzer in so kurzer Zeit zu schleifen, schafft nur ein Profi! Weil meine Latten um so viel schöner waren als seine, konnte er sie gar nicht zu den anderen schrauben. Er war darüber sehr traurig, dass er es selbst nicht so gut kann und ist nochmal zum Baumarkt gefahren. Hätte er mich nur mal alles machen lassen!
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Böttger's Leonberger